Sie hätten einen geduldigen Helfer im Haus. Einer, der nie die Augen verdreht, egal wie oft Sie fragen. Der Briefe schreiben kann, Rezepte kennt und Behördendeutsch übersetzt. Genau das lernen Sie heute kennen. Und am Ende dieser Viertelstunde haben Sie ihm Ihre erste Frage gestellt.
Was ist eigentlich ein Chatbot?
Ein Chatbot ist ein Computerprogramm, mit dem Sie sich schreiben können wie mit einem Brieffreund. Nur: Dieser Brieffreund hat Millionen Bücher gelesen und antwortet in Sekunden. Er heißt zum Beispiel ChatGPT, Gemini oder Claude. „KI" (künstliche Intelligenz) ist der Oberbegriff dafür.
Merken müssen Sie sich nur eins: Sie schreiben eine Frage, die KI schreibt eine Antwort.
Kurz geprüft
Was trifft einen Chatbot am besten?
Verständlicher Gedanke, aber nein: Ein Chatbot hat keinen Körper. Er ist ein Programm zum Schreiben, wie ein sehr schneller Brieffreund.
Genau. Sie fragen, es antwortet. Mehr Zauberei ist es erst einmal nicht.
Fast! Google zeigt Ihnen Links zum Selberlesen. Ein Chatbot schreibt Ihnen direkt eine Antwort, wie ein Mensch es täte.
Wo finden Sie so eine KI?
Die bekannteste heißt ChatGPT. Es gibt sie kostenlos, im Internet-Browser (Safari, Chrome, Firefox) unter der Adresse chatgpt.com. Sie brauchen für den Anfang kein Konto und müssen nichts herunterladen. Einfach hingehen und lostippen.
Tippen Sie die Adresse genau so: chatgpt.com – oben in die Adresszeile, nicht ins Google-Suchfeld. Wenn Sie stattdessen googeln, nehmen Sie das oberste Ergebnis von openai.com und ignorieren Sie Anzeigen.
Das Wort des Tages: Prompt
„Prompt" (sprich: Prompt, wie „prompt geantwortet") ist nur das Fachwort für Ihre Frage oder Bitte an die KI. Wenn jemand sagt „schreib einen guten Prompt", heißt das nichts anderes als: „Stell eine gute Frage."
Das ist heute das einzige Fachwort. Versprochen.
So sieht ein Prompt aus
„Erkläre mir in drei Sätzen, was ein Chatbot ist – so, dass es meine zehnjährige Enkelin versteht."
Sehen Sie: ein ganz normaler deutscher Satz. Keine Kommandos, keine Computersprache. Sie schreiben mit der KI wie mit einem Menschen.
Nichts ist zu banal
Viele trauen sich anfangs nur „wichtige" Fragen. Dabei ist die KI gerade für die kleinen Alltagsdinge gemacht: „Was koche ich heute aus Kartoffeln und Lauch?" – „Wie bekomme ich Kerzenwachs aus der Tischdecke?" – „Was schenkt man einer 80-Jährigen, die schon alles hat?" Es gibt keine dummen Fragen. Die KI kennt kein Stirnrunzeln.
Drei erste Fragen zum Ausprobieren
Falls Ihnen keine eigene Frage einfällt, nehmen Sie eine von diesen:
„Was kann ich heute Nachmittag bei Regen zu Hause unternehmen? Fünf Ideen bitte."
„Erkläre mir den Unterschied zwischen E-Mail und WhatsApp – in einfachen Worten."
„Schreibe einen kurzen, lustigen Trinkspruch für einen 70. Geburtstag."
Sie dürfen alle drei stellen. Jede Frage kostet nichts, und kaputtgehen kann nichts.
Welche Frage funktioniert besser?
Sie möchten ein Gedicht zum 80. Geburtstag Ihrer Schwester. Welcher Prompt bringt das bessere Ergebnis?
Das versteht die KI zwar, aber sie muss raten, was Sie wollen. Je mehr Sie erzählen, desto besser passt die Antwort.
Genau richtig. Ganze Sätze, ein paar Details – die KI kann jetzt etwas Persönliches daraus machen. So reden Sie ab jetzt mit ihr.
Jetzt sind Sie dran
Ihre erste eigene Frage an eine KI. Lassen Sie sich Zeit, es kann nichts kaputtgehen.
Öffnen Sie Ihren Internet-Browser (Safari, Chrome oder Firefox).
Tippen Sie oben in die Adresszeile: chatgpt.com und drücken Sie die Eingabetaste.
Falls ein Anmelde-Fenster erscheint: Sie können es oft mit „Ausprobieren" oder dem X schließen. Zur Not geht es auch ohne Konto weiter.
Klicken Sie in das Schreibfeld unten („Frag irgendetwas").
Tippen Sie Ihre Frage – die aus dem Beispiel oder eine der drei von eben – und drücken Sie die Eingabetaste.
Ihre Aufgabe – gern wörtlich übernehmen:
„Erkläre mir in drei Sätzen, was ein Chatbot ist – so, dass es meine Enkelin versteht."
Falls nichts passiert: Prüfen Sie, ob Ihre Frage wirklich im Schreibfeld steht, und drücken Sie die Eingabetaste (oder den Pfeil rechts im Feld). Falls die Seite ganz anders aussieht als beschrieben: nicht schlimm – die Anbieter bauen gelegentlich um. Das Schreibfeld ist immer unten.
Das war Ihr erster Prompt.
Im Ernst: Was Sie gerade gemacht haben, IST das ganze Geheimnis. Alles, was in diesem Kurs noch kommt, sind Verfeinerungen genau dieses Moments – fragen, lesen, weiterfragen.
Eine wichtige Warnung (die einzige heute)
Die KI klingt immer überzeugt – auch wenn sie sich irrt. Sie ist wie ein eifriger Helfer, der lieber rät, als zuzugeben, dass er etwas nicht weiß. Das nennt man „Halluzinieren". Bei wichtigen Dingen (Geld, Gesundheit, Verträge) gilt darum immer: erst prüfen, dann handeln. Wie das geht, üben wir in Lektion 5 ausführlich.
Für heute reicht: Bei Plaudereien, Ideen und Texten können Sie der KI entspannt vertrauen. Bei Zahlen, Namen und Fakten bleiben Sie wach.
Letzte Frage für heute
Die KI nennt Ihnen eine Telefonnummer Ihrer Krankenkasse. Was tun Sie?
Vorsicht: Gerade bei Nummern und Fakten irrt die KI manchmal, ohne es zu merken. Kurz auf der offiziellen Webseite gegenprüfen kostet eine Minute.
Genau so. Die KI ist ein großartiger Helfer und ein schlechter Alleinwisser. Prüfen bei wichtigen Dingen – das ist die ganze Regel.
Tag 1 geschafft.
Sie wissen jetzt, was ein Chatbot ist, was ein Prompt ist, und Sie haben Ihre erste Frage gestellt. Das ist mehr, als die meisten je ausprobieren. Morgen lernen Sie die drei großen Helfer kennen – und richten sich Ihren Favoriten ein.
Lektion 2 und der ganze Kurs starten im Herbst 2026. Die Warteliste sichert den Gründerpreis.